USA in der Wirtschaftskrise

Die USA machen Schlagzeilen: Wirtschaftskrise, Schuldenberge, Arbeitslose. Aber ist die Zukunft der Grossmacht wirklich so schwarz? Als unabhängige, nicht ansässige Langzeitreisende im Land der fünfzig Staaten wurden wir öfters von Freunden und Bekannten gefragt, wie die Amerikaner selbst die Krise erleben.

Fünf Monate waren wir in diesem sehr vielseitigen und vielschichtigen Giganten unterwegs. Zu kurz und oberflächig um einen detaillierten Bericht abzugeben. Durchreisende sehen die Welt oft nur einseitig. Einen tieferen Einblick bekommt nur der, der verweilt. Gerne teilen wir trotzdem unsere Beobachtungen mit euch.

Urteilt man den Fahrzeugen nach, geht es dem Land und seinen Leuten sehr gut. Überall glänzen die neusten Modelle. Bei einem zweiten Hinblick fallen jedoch auch die vielen Schilder zu Finanzierungshilfen und schnellem Bargeld auf. Bezahlt überhaupt noch jemand irgendeine Anschaffung in Cash? Sogar im Spital (als wir Desmonds Gips entfernen liessen) wurde uns ein 30% Rabatt gewährt, weil wir – ungleich (fast) aller anderen – gleich sofort den gesamten Betrag bezahlten.

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Abschieds-Worte

Es ist soweit – eine weitere Hudson Lebensphase neigt sich seinem Ende zu. Morgen fliegen wir ein letztes Mal nach Asien und gute zwei Wochen später via England zurück in die Schweiz. Ein neues Kapitel wartet darauf geöffnet zu werden.

Bevor wir jedoch unsere Reise mit Alfie (Camper) abschliessen, möchten wir noch ein paar Dinge mit euch teilen. Eines davon ist ein Spruch, den wir in einem Fossilmuseum gelesen haben:

Alles in einer Woche: Hurricane Irene

Unsere Woche begann ganz, ganz gut. Mit einer Reitstunde auf einer wunderbaren Farm. Ein magischer Ort, wo Tiere friedlich miteinander leben und ein Hängebauchschwein glücklich im Schlaf vor sich her grunzt. Eine wollige Katze hüpfte auf den Zaunpfosten, nur damit sie von da auf meine Schulter klettern konnte und Streicheleinheiten fordern, die ich ihr noch so gerne gewährte.

Noch am gleichen Tag schauten wir uns die Niagra Fälle an und waren erstaunt, wie verbaut die Gegend um die Fälle ist. Das sieht man auf den Postkarten nicht…

Eine weitere Walmart Nacht brachte ein wenig Schlaf und als wir am nächsten Morgen weiterfuhren, hörten wir von den zwei Erdbeeben nicht allzu weit weg von uns.

Im Nordwesten von New York State fanden wir einen gemütlichen, freundlichen Zeltplatz und beschlossen die letzten Tage vor der Camperübergabe da zu verbringen. Schwimmen im Pool, Basketball, Frisbee Golf (das macht mega Spass), Waldspaziergänge mit Fossil-Suche, Bücher lesen… FERIEN. 

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag weckte uns ein Freak-Sturm. Der Camper schüttelte im Wind und der Nachthimmel war während zwanzig Minuten ohne Unterbruch von Blitzen erhellt (später hörten wir vom Wetteramt, dass 4000 Blitze in einer Stunde registriert wurden).

Der Sturm wurde in Hinsicht auf den kommenden Hurricane kaum erwähnt. Während dem ich diese Zeilen schreibe, kommen mehr Camper auf unserem Zeltplatz an. Menschen, die von der Küste fliehen. Nervosität liegt in der Luft, auch wenn die momentane Ruhe unglaublich ist. Flugzeuge wurden von New York weggeflogen. Die Eisenbahn und U-Bahn eingestellt. Alle warten. Alle schauen sich die Bilder von North Carolina an. Was wird Irene bringen?

Bei uns sind gerade mal um die 5 cm Regen angesagt und der Wind soll um die 30 km/h blasen, bis er hier ankommt. Mild im Vergleich zur Küste, aber im Camper alles andere als lustig. Die Natur hat diese Woche ein kraftvolles Spektakel geleistet – so schrecklich wie faszinierend.

Auch wir warten. Und wir hoffen und wünschen allen unseren Mitmenschen, dass Irene sich bald beruhigen wird.

Alle Anschlüsse

An einem Tag wie heute, fühlen wir uns von Wasser überschwemmt. Letzte Nacht regnete es stark. Desmond und Lenny sind vor einer Stunde in das Freibad gleich neben unserem Abstellplatz gehüpft und wir sind auf einem Zeltplatz mit „Anschlüssen“, „full hook up“ heisst das auf Amerikanisch. Wasser fliesst im Überfluss.

Ein „full hook up“ ist die normale Situation für die meisten von euch Lesern, für uns ist es jedoch ein ziemlich seltener und eigentlich unnötiger Luxus.

Bei so einem Vollanschluss wird der Camper via Kabel dem Strom und mit einem Schlauch an die Wasserversorgung des Zeltplatz angeschlossen. Zudem landet das Abwasser nicht im Campertank sondern gleich im Abwasserkanal. Oft bedeutet ein moderner Zeltplatz auch gleich kabelloses Internet.

Wir kommen jedoch gut ohne „Hook up“ aus. Den Wassertank des Campers können wir z.B. an Tankstellen oder zum Teil auch bei Autobahnraststätten auffüllen. Als Familie kommen wir mit 35 Litern pro Tag aus! (Laut Desmonds Mathe Buch verbraucht ein durchschnittlicher Schweizer pro Tag 107 Liter Wasser, ein durchschnittlicher Brasilianer 137 Liter und ein durchschnittlicher Inder 33 Liter. Für eine Schweizer Familie wäre das also um die 400 Liter pro Tag.) Die Abwassertanks leeren wir meistens bei speziellen „Dump“-Stellen, die wir oft auch bei Raststätten finden. Und unsere Solarzelle auf dem Dach produziert genug Strom für unsere bescheidenen Ansprüche. Kabelloses Internet finden wir auf den Parkplätzen von Motels, MacDonalds, Starbucks oder anderen Orten.

Trotzdem geniessen wir ab und zu den Luxus von Campinganschlüssen. Wieder einmal so richtig lange und warm duschen und danach das Bad und die Küche mit laufendem Wasser putzen zu können, das fühlt sich gut an!

Das Gestern ist auch heute noch da

Jeder hat seine Geschichte. Du und ich. Ganze Völker haben ihre Geschichten. Das Verhalten der Mexikaner gegenüber der Amerikanern (und umgekehrt) ist heute noch von ihrer Geschichte beeinflusst. Auch die Chinesen verhalten sich so, wie man es aufgrund ihrer Geschichte erwarten würde. Die Geschichte Englands verrät sich in ihrem Benehmen, wie auch die der Schweizer, der Franzosen und aller anderer. Alles und jeder ist mit dem Jetzt und dem Gestern gleichzeitig verbunden.

Auch wenn wir sie manchmal verwünschen, hat sie unsere Verhaltensweise geprägt. Unsere Geschichte lebt in uns weiter, im Heute wie im Gestern.  

Sie beeinflusst in wen wir uns verlieben, wie wir unsere Kinder grossziehen, sie bestimmt, wie wir unserem Umfeld begegnen und wie wir in der Nacht schlafen.

Und genau bei diesem Thema meldet sich meine eigene, persönliche Geschichte.

Im Camper übernachten wir oft in der Wildnis. Weit weg von Menschen, von Lichtern und Lärm. Idylle. Aber sobald die Dunkelheit kommt, beginnt mein Hirn Furcht-Signale zu senden, die unrealistisch sind und auf vergangenen Ereignissen anstatt gegenwärtigen Fakten beruhen.

Als ich ein Kind war, wurde bei uns zweimal eingebrochen. Einmal hörte ich den Dieb kommen und einmal erfuhr ich erst am nächsten Morgen davon. In China wurden wir in der Dunkelheit der Nacht in unserem Häuschen angegriffen. Nichts passierte, zumindest äusserlich nicht, aber tief drinnen wurde ich zum noch grösseren „Nachtangsthasen“.

Vor ein paar Wochen kamen wir einmal mehr an einem paradiesischen Übernachtungsplatz an. Es war eine ideale Lichtung in einem Wäldchen an einem kleinen Bach. Scheinbar weit weg von der Zivilisation und sehr friedlich. Aber so bald die Sonne hinter dem Berg verschwand, begann mein Verstand die Achterbahnfahrt einer Irren…

Near the Murder Creek.

Warum, so fragte ich mich plötzlich, hiess dieser Bach „Murderer Creek“ (Mörderbach?) und warum stand neben uns eine gruselige, verlassene und offensichtlich abgebrannte Blockhütte? Warum hingen Schilder an den Bäumen „Betreten verboten“? Dann stoppte kurz ein Fahrzeug neben uns und wir beobachteten wie die Frau im Beifahrersitz ihr Fenster herunterliess und im Seitenspiegel ein Foto von unserem Nummernschild machte. Nun war das Fass überlaufen: Meine Fantasie kannte keine Grenzen mehr! In dieser Nacht (wie auch in vielen vorhergehenden und folgenden Nächten), brachte mich jedes Geräusch zum Zusammenzucken. Natürlich absolut grundlos.

Aber wisst ihr was? Übung macht bekanntlich den Meister und ich habe es (fast) geschafft, meine Angst vor dem Dunkeln zu überwinden. Und wenn ich das kann, dann können es auch andere, sogar ganze Völker gemeinsam!

Sag mal, was ist deine Geschichte?

 

Lonely Planet – Der einsame Planet eines Camper-Reisenden

Lonely Planet (einsamer Planet) heissen die weltberühmten Reisehandbücher. Wer aber schon mal so einem Handbuch gefolgt ist, weiss, dass von einsam wohl nur selten die Rede sein kann.

Wer einen einsamen Planeten sucht, der setzt sich besser in einen Camper in den USA und fährt los. Tatsächlich hatten wir uns im Januar nach Ruhe und Einsamkeit gesehnt. 29 Monate als Leiter eines Hotels brachten unzählige tolle Bekanntschaften mit Reisenden (Lonely Planet Reisenden und anderen). Aber genug war genug und wir brauchten eine Tourismus-Pause. Die nächsten Monate sprengten unsere Erwartungen. Wir trafen fast niemanden.

Einsames "wild" campieren.

Die meisten Campgrounds waren noch geschlossen, als wir im Winter starteten. Die, die trotz kälteren Temperaturen Gäste beherbergten, waren alles andere als „lebendig“. Viele Pensionäre sind in den USA in riesigen Camperbussen unterwegs und verbringen die Tage oft fast ausschliesslich in ihren fahrenden Häusern. Übernachteten wir auf Supermarktparkplätzen oder in der freien Natur, trafen wir sowieso niemanden. National- und Staatenparke machten eine Ausnahme und liessen uns ab und zu mit dem Einen oder Anderen Freundschaft schliessen. Vor allem während der Sommerferienzeit.

Dann kamen wir nach Baja California in Mexiko. Nach der langen Einsamkeit freuten wir uns sehr auf abenteuerliche Reisende, die nach Süden unterwegs waren. Aber wir waren zu spät, Baja war schon fast touristenleer. In den folgenden drei Monaten in Mexiko trafen wir ganze 10 Reisepaare!

Leerer Zeltplatz in Mexiko.

Reist man mit dem eigenen Camper, ist man weder auf eine Unterkunft noch auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Oft trafen wir tagelang keine Menschen, ausser vielleicht einer freundlichen Dame an der Supermarktkasse oder einen aufgeweckten Tankwart. Nette und interessante Momente gab es meistens bei Fahrzeugreparaturen oder dem Kontakt mit Lastwagenfahrern. Sogar bei einem Gespräch mit einer National Park-Rangerin bestätigte sie uns, dass nur wenige Besucher mit ihr redeten und wenn, dann schnauzten sie sie meistens aus irgendwelchen Gründen an.

Acht Monate unterwegs im Camper brachten also genau das, was wir erhofft hatten: Endlose Ruhe, Momente mit tiefsinnigen Gedanken und viel Allein-Zeit. Sie zwangen uns immer wieder dazu – vor allem auf langen Fahrten – uns mit uns selber zu beschäftigen. Auch Langweile zu meistern soll gelernt sein! Wir sind mächtig stolz auf unsere Söhne, denn sie haben sich dabei nie beklagt. Stundenlang still sitzen und uns mit unseren eigenen, inneren Gedanken befassen zu können, wird bestimmt in Zukunft ein wertvolles Plus sein.

Jetzt freuen wir uns aber erst mal ganz arg auf viele neue Bekanntschaften und lange Gespräche mit Freunden und Familie zuhause.

Die lange Fahrt zum Anfang des Kreises

Nach dem schönen Utah warten noch fast 4000 km darauf, von uns gefahren zu werden. Alfie werden wir einer netten, Deutschen Familie in Philadelphia übergeben.

Colorado zeigt uns ein paar wunderschöne Seiten: Das Colorado National Monument, ein tolles Dinosaurier Museum, die heissen Sulphur-Bäder und der Rocky Mountains National Park.

Dann wird die Strasse mehr oder weniger flach und führt während fast 2000 km rechts und links durch Maisfelder. Der süsseste Mais der Erde; wird gesagt.

Colorado National Monument

Desmond mit T-Rex

Rocky Mountains

Die Blätter von Windturbinen werden transportiert.

The hot sulphur springs – (Aufsatz von Lenny)

At 8.00 pm my family and I went to a

hot sulphur spring in USA, Colorado.

At the hot sulphur springs there were

24 different temperature pools. I was

only allowed in five of the pools because

you have to be 12 years old to go

in the other 19 pools. I am only 9!

The sulphur smelt like rotten eggs.

The water was very slimy and very

warm. It was really refreshing.

One pool was indoors, that was my favourite,

the other three were outdoors.

The fifth pool was filled with

normal, cold water and it had a

slide. One pool had a little water fall.

I had a really good and refreshing time.