Kaum ein Tag vergeht, an dem wir uns nicht die Frage stellen, die sich alle Eltern stellen: Was ist das Beste für unsere Kinder?
Wollen wir nicht alle unseren Kindern das weitergeben, was wir selber am besten können? Und wollen wir nicht alle, dass unsere Kinder in einer glücklichen, erfüllten und zufriedenen Familie aufwachsen dürfen? Daher lag es auf der Hand, mit unseren Kindern zu reisen, denn es ist nicht nur das, was wir am besten können, sondern auch das, was uns am glücklichsten macht.
Schon immer wollten wir, dass unsere Kinder lernen, ihren Instinkten zu vertrauen, dass sie dem Universum Urvertrauen entgegenbringen, an das Gute im Menschen glauben und in der Lage sind, mit wenig zu leben. Diese Lektionen könnten sie auch zuhause lernen, aber wir wollten, dass sie das Leben eines Wanderers aus erster Hand erlebten. Wir konzentrierten uns darauf, in unserer Familie eine starke Bindung und Verständnis zu bauen.
Wann wird der richtige Zeitpunkt kommen, damit aufzuhören? Wann kommt der Moment, wenn unsere Kinder zum Reiseleben noch etwas anderes brauchen? Wir wollen nicht, dass Desmond und Lenny nur die Vielfalt unseres Planeten erleben, nein, wir wollen ihnen auch das grosse Geschenk von tiefen Wurzeln geben, ein Verständnis wer sie sind und woher sie kommen und der Zauber einer Verbindung mit Menschen, die aus einem ähnlichen Umfeld stammen wie sie. Eine Zugehörigkeit. Und wenn sie beide Arten von Leben erfahren haben, werden sie in der Lage sein, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
Yanna schrieb auf ihrem Forum “freakfamilies“:
Nicht nur sollten wir darauf bedacht sein, unseren Kindern eine gute Erde zu hinterlassen, sondern auch darauf, unserem Planeten gute Kinder zu hinterlassen!
Okay, lasst es uns versuchen. Aber was können wir tun, damit unsere Kinder verantwortliche und respektvolle Erwachsene werden? Wohl herzlich wenig. Wir wissen, dass sie eines Tages ihren eigenen Weg finden und ihre eigenen Entscheidungen treffen werden.
Zurück zum Jetzt: was ist das Beste für unsere Jungs, jetzt? Wenn wir von Edelsteinen, Gold oder Münzen reden, kommt von den Beiden immer die Reaktion: “Wenn wir eine dieser Sachen finden, können wir länger reisen!” Gleichzeitig stellen wir aber auch fest, dass sich langsam ein Gedanke in den Köpfen von Desmond und Lenny breit macht, der von einem Wunsch nach einem Haustier, einem eigenen Schlafzimmer und mehr Spielsachen zeugt – einem Zuhause. Wenn wir nachfragen, antworten die Jungs nach wie vor, dass diese kleinen Luxus warten könnten, und Reisen nach wie vor an erster Stelle stehe.
Als wir in China arbeiteten, hatten wir weniger wertvolle Zeit für die Kinder als wir gewünscht hätten. Sie wurden schnell erwachsen; zu schnell. Durch die neue Reise konnten wir ihnen eine verlängerte Kindheit schenken. Desmond und Lenny haben jeden Tag stundenlang Zeit zu spielen, zu erschaffen, sich selbst zu sein und ihren eigenen Stil zu entwickeln ohne dabei dem Gruppenzwang ausgeliefert zu sein. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass eine Wiedereingliederung in ein Leben mit Gleichaltrigen und (mehr) Druck wahrscheinlich für ein späteres Überleben in der heutigen Welt entscheidend sein wird (das ist zumindest die allgemeine Meinung unserer Gesellschaft, die tief in uns eingeimpft ist). Trotzdem sind wir überzeugt, dass auch die die Fähigkeiten und Erfahrungen, die mit dem Reisen auf den Strassen der Welt gewonnen in den kommenden Jahren auf unserem Planeten von unschätzbarem Wert sein werden.
Von Freunden, Familien und Fremden erhalten wir viele aufmunternde Worte, die Reisen mit Kindern befürworten, aber genau so viele ermutigende Botschaften, die auf eine baldige Eingliederung drängen und uns versichern, dass diese möglich ist.
Was bleibt also für uns zu tun? Den Status quo abzuschätzen und die wichtige Entscheidung zu treffen, wann und wo wir uns niederlassen werden.