Eltern als Lehrer – eine gute Idee? Wenn die Kinder sesshaft werden wollen.

School in China

Langsam verstehen wir, dass wir uns niederlassen. Die letzten Produkte aus dem Ausland sind aufgebraucht: die Gesichtslotion aus Malaysia, die Zahnpasta aus Mexiko, der Deo aus den USA. Die ersten Besucher waren da und machten unsere temporäre Bleibe zum Daheim. Die Kinder verlieren langsam ihre Aufregung darüber, dass sie hier an jedem Wasserhahn trinken können.

Und obwohl unsere Herzen immer mal wieder nach Asien und den Mittleren Osten wandern, kommen wir mehr und mehr hier in der Schweiz an. Unsere Mitmenschen sind uns gut gesinnt. Michael arbeitet schon seit mehr als einem Monat wieder und die Jungs haben sich unglaublich gut in der neuen Schule eingelebt. Es läuft wie am Schnürchen.

Es ist Zeit, das Chaos in unseren Köpfen ein wenig zu ordnen. Die acht Monate im Camper haben mir unzählige Stunden beschert, in denen ich einfach da sitzen musste und einer öden Landschaft zuschauen. Und genau diese langen Momente brachten scheinbar viele Antworten und Anstösse. Irgendwie habe ich das Gefühl, durch die passive Verarbeitung einen grossen Schritt in meiner eigenen Entwicklung weiter gekommen zu sein.

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Unsere 9 Tipps zum erfolgreichen (Langzeit-) Camperreisen mit Kindern

Acht Monate reisten wir mit unseren zwei Jungs in einem kleinen Camper und kaum je hatten wir Streit. Gelacht haben wir viel und genossen ebenso und immer wieder wurden wir gefragt: Wie schafft ihr das auf so kleinem Raum?

Gerne geben wir ein paar Tipps weiter:

  • Langsam reisen, wenig Pläne und keine Erwartungen haben. Spontan und kurzfristig können Entscheidungen der Laune der Familie angepasst werden. War es zu heiss, fuhren wir in die Berge oder an die Küste. Hatte die Familie Lust auf Entspannung, so blieben wir mal etwas länger an einem erholsamen Ort, brauchten wir Natur und Bewegung, suchen wir einen spannenden Wanderweg.

 

  • Trotz Spontanität ist eine tägliche Routine für die Familie in einem Camper ebenso wichtig wie zuhause. Oder vielleicht noch wichtiger. Der Ablauf des Camperlebens spielt sich relativ schnell ein und der enge Raum vergrössert sich, je routinierter die Familie wird.  Jeder hat seinen Platz und seine Aufgaben. Auch selber kochen und im Camper essen, helfen dabei, eine Routine einzuhalten.

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The hot sulphur springs – (Aufsatz von Lenny)

At 8.00 pm my family and I went to a

hot sulphur spring in USA, Colorado.

At the hot sulphur springs there were

24 different temperature pools. I was

only allowed in five of the pools because

you have to be 12 years old to go

in the other 19 pools. I am only 9!

The sulphur smelt like rotten eggs.

The water was very slimy and very

warm. It was really refreshing.

One pool was indoors, that was my favourite,

the other three were outdoors.

The fifth pool was filled with

normal, cold water and it had a

slide. One pool had a little water fall.

I had a really good and refreshing time.

Wenn es Zeit ist heim zu gehen….

Ein weiser Mann (danke Aka) hat vor kurzem geschrieben: „So paradox es klingen mag, aber die Welt eurer Kinder wird sich vergrössern, wenn ihr euch niederlässt.“

Unrecht hat er nicht. Unsere Jungs haben in ihren kurzen Leben schon überdurchschnittlich viel gesehen, erlebt und erfahren. Die Welt hat für sie viele Farben und Nuancen. Bis vor wenigen Monaten gab es für sie wohl kaum etwas Tolleres als mit ihren Eltern um den Erdball zu reisen, Abenteuer zu erleben und andere Lebensarten kennenzulernen. Auf viel haben sie dabei verzichtet und ebenso viel (oder mehr) dafür erhalten.

Langsam werden Desmond und Lenny zu kleinen Erwachsenen und in diesem Prozess hat sich eine innere Stimme gemeldet. Zurzeit noch ein Geflüster, aber ihre Mami und ihr Daddy wissen, dass die Zeit gekommen ist.

Die Zeit, ihre eigene Wahrheit zu finden. Eigene Fehler zu machen und eigene Entscheidungen zu treffen. Die Zeit zu experimentieren, sich abzunabeln. Die Zeit ihre eigene Welt – nicht die unsere – zu erforschen und vergrössern.

Drei tolle Jobangebote hatten wir im Ausland. Alle drei waren verlockend, aber wenn wir eines in den letzten Jahren gelernt haben, ist es, das nicht alles Gold ist, was glänzt.

Einmal mehr schauen wir auf unserem bisherigen Leben zurück und sind fasziniert, wie alles plötzlich Sinn macht. Wie jeder Teil passt. Seit meiner Jugend war ich darauf fixiert, im Ausland leben und arbeiten zu wollen. Jedem, der das konnte, schaute ich neidisch zu. Ich war rastlos. Jetzt ist dieser langjährige Wunsch erfüllt. An unseren eigenen Leibern durften wir erfahren (und auch durch die vielen Bekanntschaften mit anderen arbeitenden Ausländern), dass so ein „Expat“ Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist und das sich Einfügen im Arbeitsprozess einer fremden Kultur nicht nur Freude bereitet. Obwohl ich die Bereicherung, Herausforderung und Lehre so einer Erfahrung nicht missen möchte (und bestimmt in einem späteren Zeitpunkt erneut annehmen würde), fühle ich mich im Moment davon „geheilt“.

Wir werden das Leben im Ausland vermissen, sicher auch wieder los ziehen wollen (und hoffentlich auch wieder losziehen), aber für im Moment ist es gut so wie es sein wird. Was Schöneres gibt es für Eltern als zu wissen, dass sie ihren Kinder ideale Voraussetzungen bieten können, um sich frei zu entwickeln?  

In der Schweiz sind wir zuhause. Da erwarten wir kein Gold. Und kein glänzen. Da wissen wir, was wir haben. Und das ist sehr, sehr viel. Kinder können in der Schweiz noch Kinder sein.  Und wir Eltern können unsere Energien dazu einsetzen, etwas für die Zukunft der Welt zu leisten.

Am 29. September kommen wir in der Schweiz an!

Aufsatz von Desmond: See-Elefanten

(nur in Englisch!)

A while ago my family and I saw a colony of sea elephants in California, U.S.A. We were very lucky as they spend most of their lives travelling undersea routes searching for food and trying to avoid predators.

There are two species of elephant seals: the northern, which is called M. Angustirostris and the southern, which is called M. Leonina. We saw the northern elephant seals that live on the Pacific coast of the U.S.A., Canada and Mexico. At the end of the 19th century they were nearly extinct, but since then their numbers have recovered.

The sea elephants moult from April to August while lying on the beach. Moulting is losing an entire layer of skin and all their hair. From December to February the sea elephants breed and give birth. In March and August, adults leave to Alaska for feeding.

During moulting the sea elephants are dull tan or brown colour, after the moulting they are a shiny silver. Young males have rat-like noses. As they get older, their noses widen and get longer and begin to look like an elephant’s trunk. That’s how they got their name! Sea elephants look like big seals with two small fins on the side and one big flipper tail. They also have big, cute eyes Sea elephants can weigh about 2,5t.

Teen-age sea elephant males like to play and mock fight. They eat fish and squid and their predators are the Great White sharks and the Killer whales (Orcas). The life expectancy of the sea elephants is 20 to23 years. They normally dive to about 30meters depth and spend about 30 minutes underwater.

If you see a sea elephant keep a respectful distance and never get between one and the water. They are unpredictable (could be dangerous).

I was really lucky to see one!

Was lernt man in einer Woche?

Vor kurzem – an einem Tag, an dem das Unterrichten mal wieder äusserst anstrengend, die zwei Rollen “Mutter” und “Lehrerin” einfach nicht Hand in Hand gehen wollten und die Jungs sich von allem und jedem ablenken liessen (schau mal, da draussen ist ein Kolibri, hast du das Feuerwerk gehört, wann ist das Brot im Ofen fertig gebacken…) – las ich einen interessanten Artikel über „das Unterrichten zuhause in British Columbia, Kanada“. Es ist unglaublich, welche Betreuung und Unterstützung heimschulende Familien da erhalten.

Amy, die „homeschooling“ Mutter, muss wöchentlich schriftlich festhalten, was ihre Kinder gelernt haben. Ihr Zeugnis hat mich dazu inspiriert, das Erlernte der letzten Woche ebenfalls aufzulisten. Die Liste lässt sich sehen:

  • Deutsch (Desmond wiederholte die deutsche Grammatik des 4. Schuljahrs und Lenny schrieb einen deutschen Text ab und lernte die letzten Buchstaben der Schreibschrift).
  • Englisch (neue Wörter und mehr Grammatik, beide schrieben einen Aufsatz).
  • Mathe (Desmond übte die schriftliche Division und Lenny das Einmaleins, beide lösten Textaufgaben).
  • Desmond lernte von mir ein paar spanische Sätze und übte diese gleich im Supermarkt.
  • Sie lernten eine neue Frucht kennen: die rosa Grapefruit und eine neue Suppe: die Minestrone.
  • Wir machten einen zweitägigen Schmuckkurs (Ringe, Ohrringe, Anhänger), siehe Fotobericht.
  • Lenny lernte das „Chatten“ mit Skype und übte es mit Desmond.
  • Sie lernten wie man Rost und Beulen an Fahrzeugen entfernt und diese neu spritzt.
  • Sie lernten viel über Kolibris (weil es auf dem Zeltplatz viele dieser hübschen Vögel hat).
  • Sie lernten wie die Mexikaner ihre Feste feiern (vor allem mit Feuerwerk…).
  • Im Buch, das wir im Moment vor dem Zubettgehen gemeinsam lesen, lernten sie über die Genmanipulation von Pflanzen.
  • Sie lernten ein paar neue Tatsachen über die Maya-Kultur (am Montag werden wir uns die Sonnen- und Mondpyramiden anschauen gehen).
  • Desmond und ich machten eine gemeinsame Foto-Tour durch San Miguel de Allende und er lernte viel über die ideale Beleuchtung und die Wichtigkeit von Details.
  • Sie kreierten unzählige, bunte Lego-Roboter und Roboterskorpione.
  • Beide lernten von uns, wie schwierig es sein kann, Entscheidungen zu treffen und wie man verschiedene Aspekte abwägen kann.

Gefährliches Ballspiel

Nach all den Jahren Reisen, nach all den zum Teil abenteuerlichen Momenten und haarsträubenden Aktivitäten stolperte Desmond vor zwei Tagen beim Ballspiel über einen Gartenschlauch und brach sich beide Unterarmknochen.

Die nette Besitzerin vom Zeltplatz brachte uns sofort zu einem Sportarzt und er richtete Desmonds Arm mit wenigen, kompetenten und schmerzvollen Handgriffen. Sechs lange Wochen mit Gips stehen unserem Sohn zuvor. Was für ein Andenken an Mexiko!

Kleine Silberschmiede

In San Miguel de Allende macht uns Bärbel (unsere deutsche Nachbarin auf dem Zeltplatz) auf einen Schmuckkurs aufmerksam. Hellbegeistert finden wir uns am Donnerstagmorgen um 9.00 Uhr bei Abe, dem Künstler und Lehrer ein (email Adresse für Kursanfragen abgil14@hotmail.com).

Während zwei Morgen lernen wir Silber einzuschmelzen, zu schneiden, pressen, feilen, schmirgeln, verzieren, reinigen, löten, polieren und vieles mehr… und sind stolz auf das Ergebnis. Alles begann mit einem dumpfen, flachen Stück Silber, seht selber:

Desmond and Lenny pressing the silver.

Lenny operating the press.

Lenny filing his jewellery.

Soldering.

Desmond is polishing his rings.

Nadine's ring (with a stone that we found in the USA) and earrings.

Lenny and Nadine's jewellery.

Lenny's ring.

Desmond's rings, on the left one, he used a dry tree leave to make the pattern.