Walmart – Supermarkt, Camper-Paradies oder Obdachlosenunterkunft?

Walmart, die Supermarktkette erlaubt (so zumindest bestätigen sie das auf ihrer Webseite) das Übernachten auf seinen Parkplätzen. Der Gedanke dahinter, dass wer da schläft, auch da einkauft, bewahrheitet sich wohl in den meisten Fällen. In der Tat sind die Gratisplätze bei einer Durchreise sehr praktisch. Was aber auf diesen Parkplätzen abläuft, könnte Bücher füllen.

Wir teilen die Walmarts in zwei Kategorien auf: die schönen, gepflegten, die öfters mal um ein Dutzend oder mehr Camper pro Nacht anziehen und die schäbigen, heruntergekommenen.

Die ersteren gleichen oft kleinen Zeltplätzen. Riesige Wohnmobilbusse lassen ihre Seitenwände ausfahren, schalten ihre lauten Stromerzeuger ein und führen ihre Hündchen auf den Parkplatz-Wieschen Gassi. Einige nisten sich gleich für mehrere Wochen ein. Viele Amerikaner haben in der aktuellen Wirtschaftskrise ihre Häuser verloren und sind permanent in ihre Wohnmobile gezogen. Andere sind weniger glücklich und schlafen auf dem Fahrersitz ihres Wagens oder mit ihren Kindern auf der Ladefläche ihres Pickup Trucks; ein Plastik als Schutz über sie gespannt.

Auf den Walmarts der raueren Gegenden treffen wir schon fast obligatorisch immer mindestens eine Person, die verloren mit sich selbst spricht, eine, die die Papierkörbe auf brauchbare Reste durchsucht, eine bittere Mutter, die ihre Kinder mit üblen Fluchwörtern anschreit und jemand, der versucht sein Fahrzeug zu verkaufen. Neuerdings gesellen sich Obdach- und Arbeitslose zu ihnen. Sie setzen sich an den Parkplatzrand mit einem Kartonschildchen „Suche Arbeit, egal was.“ Familienväter mit ihren Kindern, ältere Menschen, ehemalige Manager: die Krise macht vor niemandem Halt.

Beim Walmart im Zentrum von Tucson beobachteten wir, wie ein Ladendieb mit viel Geschrei verfolgt wurde. Ein andermal schreckten wir um Mitternacht auf, weil der Parkplatz in der Nacht von Männern benützt wurde, die mit viel Begeisterung ihre ferngesteuerten Rennwagen ausfuhren. In einer Militärstadt weckte uns eine Nachtübung mit Maschinengewehren auf dem Areal nebenan. Einmal schlich uns ein seltsamer Mann nach, einmal kam der der nette Sicherheitsbeamte zu einem Schwatz rüber und einmal entschuldigte sich dieser sogar bei uns, weil der Parkplatz neben einer lärmigen Bahnlinie lag.

Vor kurzem, in Kalifornien, wurden wir um 1 Uhr morgens brutal aus dem Schlaf gerissen. Die Stimme der Polizei erklang aus den Megafonen auf dem Parkplatzareal und forderte alle Anwesenden auf, umgehend abzuziehen. Sonst würden wir angezeigt und vor Gericht gebracht. Am nächsten Morgen erfuhren wir warum dieser Walmart mit solchen Massnahmen vor sich ging: scheinbar schliefen immer mehr Obdachlose auf dem Parkplatz und brachten so einige Probleme mit sich. Als dann eine Frau versuchte ihr Baby für 20 Dollars zu verkaufen, beschloss die Gemeinde, einzugreifen.

Immer mehr Walmart Supermärkte bringen Schilder an, die das Übernachten auf ihren Parkplätzen verbieten. Wer kann es ihnen verübeln?

Wildes, freundliches Oregon

Müssten wir unseren Lieblingsstaat in den USA wählen, wäre es Oregon. Ein Staat von dem wir kaum etwas wussten, der uns aber mit seiner Schönheit und seinen freundlichen Menschen gleich in den Bann gezogen hat.

Oregon. Für uns bedeutete die Fahrt durch den Staat im Nordwesten dichte Wälder, atemberaubende Schneeberge, wilde Flüsse, graben nach Fossilien und grillieren von Marshmallows. Desmond konnte in Oregon endlich seinen Gips abnehmen lassen und die Jungs durften zum ersten Mal Bowling spielen.

Snowy peaks.

Lots of farm land.

The Crater Lake.

Beautiful hills.

Fun at bowling.

Lenny looking for fossils.

Hell's canyon.

Frozen joghurt delight.

Pyramid mountain.

Marshmallows on the fire.

Two rainbows.

Soooo beautiful.

The snake river.

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Der sauberste See der Welt: Oregons Kratersee

Die Strasse zu Oregons Kratersee wählten wir aus einem Bauchgefühl heraus. Der Ort schien uns auf der Karte zuzuwinken. Was uns bei Ankunft erwartete, war dicker Nebel (wo ist bloss der See, fragten wir uns) und viel Schnee. Also nahmen wir am nächsten Tag erneut einen Anlauf und befuhren die „Rim Road“, also die Strasse, die den Krater umrundet. Und da wussten wir, dass uns unser Bauchgefühl nicht getäuscht hatte! Was für ein Anblick, was für ein Glück hier zu sein.

Der hohe Vulkan Mt. Mazama brach vor ungefähr 7700 Jahren aus. Eine gewaltige Explosion, die acht Amerikanische Staaten und drei Kanadische Provinzen mit Asche bedeckte: 150 Mal mehr Asche als beim Ausbruch von Mt. St. Helens in 1980. Dann brach der Vulkan in sich zusammen und langsam füllte sich der Krater mit Wasser. Der See ist ein geschlossenes Ökosystem; kein Fluss geht ein oder aus. Der „Crater Lake“ ist der tiefste See der USA und der sieben tiefste (und, so lesen wir, der sauberste) See der Welt. Seht selber:

Clark’s Nutcracker

Foggy first evening.

Golden Mantled Ground Squirrel

Die Allee der Riesen: Mammutbäume

Sie sind viel mehr als nur beeindruckend, die Mammutbäume. Wörter wie „edel“, „majestätisch“ und „stark“ passen, aber genügen nicht. Die Riesen sind spirituell, heilig, Kraft spendend und wären nicht die vielen Spinnennetze über ihrer rötlichen Rinde, hätte ich wohl jeden Baum umarmt, der sich vor mich hinstellte.

Die Mammutbäume bedeckten vor sehr langer Zeit fast die gesamte nördliche Hemisphäre der Erde. Heute gibt es sie nur noch in Kalifornien und ein paar wenige in Oregon. Die Küstenmammutbäume sind die höchsten der Welt, sie wachsen so hoch wie ein vierzigstöckiges Gebäude. Manche der Riesen sind schon 2500 Jahre alt. Ihre Verbündeten sind der Nebel und das feuchte Klima der Pazifikküste, denn sie brauchen diese nicht nur zum gesunden Wachstum, sondern zugleich sind die Wetterfaktoren auch daran „Schuld“, dass die Küstenzone von einer schädigenden Übersiedlung der Menschen verschont blieb.

Look at little Alfie...

Kaliforniens Westküste

Route Nummer 1 heisst sie, die schmale Strasse, die sich der Küste entlang schlängelt. Kurve um Kurve und jede Aussicht noch spektakulärer und dramatischer.

Bunte Wildblumen, heilige Mammutbäume, schäumende Pazifikwellen und steile Klippen. Müde Seeelefanten, freche Eichhörnchen und farbige Vögel. Und… was uns im Moment noch wichtiger ist… kühle Meeresluft. Mysteriöser Nebel am Morgen, Sonnenschein am Nachmittag.

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Da wo die Männer zu Göttern wurden

Die berühmten Pyramiden von Teotihuacan liegen nur etwa 45 km nördlich vom Koloss Mexico City und doch hat sich in den Ruinen einen Frieden bewahrt, der ansteckend wirkt. Vom Jahr 100 n.Ch. bis 650 n.Ch. war Teotihuacan das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militärische Zentrum von Mittelamerika. Mit ihren geschätzten 200.000 Einwohnern und 20 km2 Fläche war Teotihuacan die grösste Stadt des amerikanischen Kontinents. Rund hundert Jahre nach ihrem Höhepunkt, wurde der Ort, aus noch unerklärlichen Gründen, verlassen. Als sie später wieder entdeckt wurde, bekam sie den Namen Teotihuacan, was ungefähr bedeutet „da wo die Männer zu Göttern wurden“.

Die Hauptachse der Stadt bildet die sogenannte Strasse der Toten, das nördliche Ende wird von der Mondpyramide besetzt und das Zentrum von Teotihuacan ist durch die Sonnenpyramide (sie ist ca. 65 m hoch) gekennzeichnet, die nach der Pyramide von Cholula die zweitgrösste Pyramide des amerikanischen Kontinents ist. Im Süden befindet sich der Hofkomplex, die ciudadela, in der möglicherweise die Herrscherfamilie oder deren direkte Untergebene lebten.

Es wird gesagt, dass der mächtige König jeden Tag frischen Fisch von der Küste und Eis vom Popocatepetl ass. Seine Untertanen rannten hunderte von Kilometern im Staffellauf, um diese Güter frisch zu besorgen.

Zu ihrer Blütezeit waren die Wände der Gebäude mit farbigen Malereien bedeckt. Die Grundfarbe der über ihre Leben erzählenden Bilder war normalerweise rot.

Die Jungs hatten grosse Freude beim Erkunden der geheimnisvollen Ruinen und meine Angst vor einem Fallen von den steilen Pyramiden war total unbegründet… den gebrochenen Arm gab’s am gleichen Nachmittag beim Spielen im Garten!

San Miguel de Allende, Mexiko – charmanter Kulturmix

San Miguel de Allende ist die Stadt von Künstlern (und Lebenskünstlern). Viele Amerikaner haben sich hier über die Jahre angesiedelt. Die Pflastersteingässchen, die warm-farbigen Fassaden der Häuser, die interessanten Kirchen und schmucken Boutiquen entspringen einem romantischen Bilderbuch. Und doch muss man nicht lange suchen, bis man den Charme und die Authentizität von Mexiko wiederfindet.

Am besten taucht ihr gleich selber ein… (klickt auf die kleinen Bilder, um die vergrösserten Fotos zu sehen).

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Guanajuato – Lebendigkeit und Mumien in einer Stadt

Die Stadt nordwestlich von Mexiko City ist ein Labyrinth von kleinen Gässchen, farbigen Häusern, Tunnels, Märkte und Lebendigkeit.

Wir tauchen in das lebhafte Mexiko ein und sind begeistert. Mexikaner scheinen ihre Leben voll auszukosten. An jeder Ecke sitzen sie uns essen irgendwelche feinen Snacks, beschäftigen sich sonst irgendwie oder halten auf einen Schwatz an.

Einen starken Kontrast zum farbigen Leben bietet das berühmte Mumienmuseum von Guanajuato. Vor vielen Jahren mussten ein paar Leichen wegen Platzmangel aus einem Friedhof entfernt werden und dabei wurden Mumien entdeckt. Die mineralhaltige Erde im Friedhof zusammen mit der extrem trockenen Luft hatten den Zerfall der Leichen verlangsamt. Jetzt hatte die Stadt plötzlich unzählige Mumien (sogar die kleinste Mumie der Welt, ein ungeborenes Kind im 6. Monat Schwangerschaft)! Wenn möglich wurden sie den Angehörigen zurück gegeben. Die Mumien ohne Familien bekamen im Mumienmuseum ein neues Daheim.