Ein weiser Mann (danke Aka) hat vor kurzem geschrieben: „So paradox es klingen mag, aber die Welt eurer Kinder wird sich vergrössern, wenn ihr euch niederlässt.“
Unrecht hat er nicht. Unsere Jungs haben in ihren kurzen Leben schon überdurchschnittlich viel gesehen, erlebt und erfahren. Die Welt hat für sie viele Farben und Nuancen. Bis vor wenigen Monaten gab es für sie wohl kaum etwas Tolleres als mit ihren Eltern um den Erdball zu reisen, Abenteuer zu erleben und andere Lebensarten kennenzulernen. Auf viel haben sie dabei verzichtet und ebenso viel (oder mehr) dafür erhalten.
Langsam werden Desmond und Lenny zu kleinen Erwachsenen und in diesem Prozess hat sich eine innere Stimme gemeldet. Zurzeit noch ein Geflüster, aber ihre Mami und ihr Daddy wissen, dass die Zeit gekommen ist.
Die Zeit, ihre eigene Wahrheit zu finden. Eigene Fehler zu machen und eigene Entscheidungen zu treffen. Die Zeit zu experimentieren, sich abzunabeln. Die Zeit ihre eigene Welt – nicht die unsere – zu erforschen und vergrössern.
Drei tolle Jobangebote hatten wir im Ausland. Alle drei waren verlockend, aber wenn wir eines in den letzten Jahren gelernt haben, ist es, das nicht alles Gold ist, was glänzt.
Einmal mehr schauen wir auf unserem bisherigen Leben zurück und sind fasziniert, wie alles plötzlich Sinn macht. Wie jeder Teil passt. Seit meiner Jugend war ich darauf fixiert, im Ausland leben und arbeiten zu wollen. Jedem, der das konnte, schaute ich neidisch zu. Ich war rastlos. Jetzt ist dieser langjährige Wunsch erfüllt. An unseren eigenen Leibern durften wir erfahren (und auch durch die vielen Bekanntschaften mit anderen arbeitenden Ausländern), dass so ein „Expat“ Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist und das sich Einfügen im Arbeitsprozess einer fremden Kultur nicht nur Freude bereitet. Obwohl ich die Bereicherung, Herausforderung und Lehre so einer Erfahrung nicht missen möchte (und bestimmt in einem späteren Zeitpunkt erneut annehmen würde), fühle ich mich im Moment davon „geheilt“.
Wir werden das Leben im Ausland vermissen, sicher auch wieder los ziehen wollen (und hoffentlich auch wieder losziehen), aber für im Moment ist es gut so wie es sein wird. Was Schöneres gibt es für Eltern als zu wissen, dass sie ihren Kinder ideale Voraussetzungen bieten können, um sich frei zu entwickeln?
In der Schweiz sind wir zuhause. Da erwarten wir kein Gold. Und kein glänzen. Da wissen wir, was wir haben. Und das ist sehr, sehr viel. Kinder können in der Schweiz noch Kinder sein. Und wir Eltern können unsere Energien dazu einsetzen, etwas für die Zukunft der Welt zu leisten.
Am 29. September kommen wir in der Schweiz an!