Wer braucht noch zu reisen? … eine rhetorische Frage, die ich mir am Abend von Lennys Geburtstag stellte.
Lenny hatte sich nämlich gewünscht, das Abendessen beim „Türken“ einzunehmen. Eine Käse-Pida, Falafel-Dürüm… dafür waren wir noch so gerne zu haben! Gut gelaunt, von der Abendsonne bestrahlt, liefen wir zur Schule, denn da ist unser Auto normalerweise parkiert. Michael stieg ein, drehte den Zündschlüssel und nichts passierte. Absolut nichts. Kein Geräusch, keine Beleuchtung, keine Warnlichtchen, nicht mal die digitale Uhr wollte etwas von sich geben. Da hatten wir wohl ein Lämpchen brennen lassen!
Wir versuchten es mit anschieben… kein Erfolg. Überbrückungskabel haben wir auch keine. Sowieso war ja niemand da, der hätte überbrücken können.
Plötzlich rief uns ein grossgewachsener Herr von einem Balkon zu: „Geschalten oder Automat?“ Wir kamen ins Gespräch, obwohl sein österreichischer Dialekt schwierig zu verstehen war. Aber eines war sofort klar: der nette Mann wollte helfen. Kabel hätte er auch keine, aber ein Fahrzeug und ein Seil. Er käme gleich runter.
Dann tauchte noch ein freundliches Gesicht auf. Ein älterer, schnauzbärtiger Herr war am Fenster oberhalb des Balkons des Österreichers erschienen. Halb italienisch, halb schweizerdeutsch fragte er, ob er helfen könne. Nein, er hätte auch keine Überbrückungskabel, aber er könne schieben, wenn wir noch starke Arme bräuchten.
Der nette Österreicher rief gleich ein paar Freunde von sich rüber. Das junge Paar war aus Kroatien, wünschte uns einen guten Abend, hatte Überbrückungskabel und BMW dabei. Speditiv brachten sie ihr Fahrzeug zu unserem und verbanden die beiden Batterien. Ohne weiteres sprang der Opel an.
Wir bedankten uns tiefst berührt und gingen unseres Weges.
Beim „Türken“ angekommen, wurden wir herzlich begrüsst. Es kam raus, dass der nette und geschaffige Türke in Wirklichkeit Syrier war und den gleichen Eisladen in Damaskus liebte, wie wir auch. Gleich lud er uns zum Tee ein und verwöhnte die Jungs mit Schleckereien. „Sprecht ihr denn noch kein Deutsch?“, wollte er von Desmond und Lenny wissen. „Ihr müsst euch anpassen!“, riet er ihnen.
Ein multi-kulti Abend, fünf neue Freunde, ein paar Brücken geschlagen und glücklich heimgekehrt! (aber natürlich wollen wir trotzallem oder eben deswegen immer noch auf neue Reisen gehen)
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Liebe Nadine und Familie
Eure Geschichten sind nach wie vor sehr unterhaltsam, spannend und von grossem Wert für eine bewusstere, achtsamere und glücklichere Welt!
Ich freue mich jedesmal riesig, wenn ich euren Absender sehe.
Einmal mehr ganz lieben Dank für Eure vielen, selbstlosen Geschenke.
Herzlichst, Erika
Liebe Nadine, wie ist die Adresse des “Syrers”?
@ Peter
Der nette Syrer ist im Seewen Days in Seewen… http://www.eat.ch/seewen-days/rating/1
Mega nett, mega fein, mega toll! Gehen wir zusammen hin?