Schön, dass wir Fehler machen dürfen

Gestern hatte ich ein wunderschönes Gespräch mit einer Freundin. Wir diskutierten über unsere Wesen und übers älter werden.

Ich : „Ich bin so viel ruhiger und entspannter geworden mit dem Alter. Plötzlich ist alles nicht mehr so dringend und nicht mehr ganz so schlimm. Die Welt geht nicht gleich unter, nur weil ich vor einem Problem stehe. Das ist schon herrlich.“

Sie: „Ist es nicht wunderbar, älter zu werden?“

Ich: „Und zudem vergesse ich auch viel schneller. Was war das schon wieder, was mich gestern so wütend machte? Frage ich mich oft. … ist ja egal. Früher konnte ich Probleme nicht einfach so ohne Kampf loslassen.“

Sie: „Wir sind so richtig im Herbst unseres Lebens angekommen. Der Frühling…. Ja, der ist schon lange vorbei. …. war schön. Der Sommer, der war heiss, hitzig, ab und zu gab’s einen Hagelsturm. Und viel, viel haben wir gepflanzt. Und jetzt ist es Herbst, zum Pflanzen ist es bald zu spät, aber ernten tun wir nun. Und wie! Ist es nicht schön uns zurückzusetzen, der farbigen Natur zuzuschauen und unsere Früchte vom Baum zu pflücken?“

Ich: „Ich weiss nicht… Früchte kann ich ganz viele ernten, aber verdient habe ich das schon nicht so richtig. Ich habe nämlich in meinem Leben ganz schön viel Mist gebaut. Im Frühling und Sommer, da habe ich Mist, Mist und noch mehr Mist gemacht. Immer wieder mache ich noch Mist. Ausgelernt habe ich noch lange nicht. Eigentlich dürfte ich noch nicht ernten.“

Sie: (lacht) „Aber Nadine, verstehst du denn gar nichts von der Natur? Weisst du denn nicht, dass Pflanzen auf viel Mist noch besser wachsen?“

Die Dankbarkeit ein Daheim zu haben

Noch immer ist es ein schönes Gefühl vor der eigenen Haustür zu stehen, den Schlüssel rein zu stecken und in den eigenen Himmel zu treten. Ein Duft, der nur unserer Familie gehört macht sich im Innern breit, eine Heimeligkeit, die unbeschreiblich ist. Die Vier-Wände erzählen Geschichten; sie zeugen durch viele kleine Details von unseren Leben: ein lächelnder Buddha hier, eine chinesische Teetasse da, eine Batikmaske an der Wand, ein Shivabild über dem Bett.

Gestern um 18 Uhr setzte ich mich auf unsere bequeme Matratze und schaute in die blauen Augen meines Mannes. Er war müde von der Arbeit nach Hause gekommen und hatte sich auf dem Bett ein wenig ausgeruht. „Wie geht’s?“, fragte er mich. Ich war so stark vom Glück und der Dankbarkeit erfüllt, dass ein Lächeln als Antwort genügte.

Wie könnte es mir nicht gut gehen? Wir sind gesund (obwohl mich gestern in der Tat eine Erkältung plagte), unsere Jungs gehen in eine tolle Schule, haben im Moment Frühlingsferien und dürfen es sich erlauben, einfach nichts zu tun. Desmond sass in seinem eigenen Zimmer, das er so eingerichtet hat, wie es ihm gefällt und zeichnete. Lenny hockte auf dem warmen Fussboden seiner vier Wände, glücklich, alleine mit seinen Spielsachen in eine aufregende Abenteuerwelt reisen zu können. Ich selber arbeitete am Morgen, am Nachmittag putzte ich die Wohnung von Bekannten und kam zufrieden heim.

Wir diskutierten was wir zum Essen kochen könnten; der Kühlschrank war gefüllt mit feinen Sachen und dabei schauten wir zum geöffneten Fenster hinaus. Die Schneeberge um uns herum waren von der Abendsonne rot gefärbt und strahlten eine tiefe Zufriedenheit aus.

Wir würden etwas Leckeres essen, würden dann zusammen ein Gesellschaftsspiel spielen oder vielleicht am Puzzle, das auf dem grossen Tisch auf uns wartete, weiterknobeln. Wir würden viel reden, ein Buch lesen, etwas lachen. Wir hatten die Zeit, die Energie und die Freiheit zu entscheiden, wie wir den Abend gestalten wollten. Ist das nicht ein Geschenk?

Die neue Ausgabe des “Handbuch Reisen mit Kindern”

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Reisender vs. Stubenhocker – wer entspannt sich mehr?

Brauchst du Entspannung, buchst du Urlaub! Aber sind wir auf Reisen wirklich entspannter als Zuhause?

Der Geist hat normalerweise am Reiseziel auch Urlaub. Nichts bringt uns aus der Fassung. Wir müssen uns nicht von einem aufdringlichen Wecker aus dem Schlaf reissen lassen, haben Zeit für unsere Muse und freuen uns, endlich das tun und lassen zu können, was wir schon lange wollen.

Wir entfliehen den täglichen Pflichten, dem mürben Alltag und den ermüdenden Arbeiten. Schöne Kleider schmeicheln unserer sanften Ferienhaut, wir treiben Sport, lassen uns verwöhnen, essen gut.

Aber was, wenn auf Reisen nicht alles so läuft, wie man es sich erhofft hat? Und geben wir es mal alle zu, wann läuft es schon genau so, wie wir es uns erhofft haben?

Unser gewohntes Umfeld ist zuhause geblieben. Die Umgebung ist fremd. Womöglich verstehen wir kein Wort und die Kultur des Reiselandes könnte anders auch nicht sein. Vielleicht haben wir im harten Bett mit den seltsamen Geräuschen draussen auch  nicht gut geschlafen und das Essen hat uns auch nicht bekommen.

Reisen ist bereichernd, es ist befreiend und abenteuerlich. Es lehrt uns viel und zeigt uns neue Wege. Aber entspannt es auch?

Nach vielen Jahren des Verzichts auf ein festes Daheim, schätzen wir es heute sehr, uns in den „eigenen“ vier Wänden (es ist zwar nur eine Mietwohnung, wir fühlen uns aber pudelwohl) tiefst entspannen zu können.   Welche Entspannungswege wählen wir Weltenbummler im neuen Zuhause? Was gibt es auf Reisen nicht? Sieben Tipps:

  1. Unsere Katze Gray C:  Katzen fordern Streicheleinheiten, Zeit und Aufmerksamkeit. „Ich habe im Moment keine Zeit!“, gibt es nicht. Lass alles liegen und schenke mir ein paar Kuschelminuten, sagt eine Katze regelmässig mit ihren Gesten und Taten und ein Nein akzeptiert sie nicht. … und bevor wir es merken, haben wir uns dabei entspannt.
  2. Unsere Fische: Ein Fischaquarium ist spannender und erholsamer als ein Fernseher. Auch Fische haben ihren eigenen Charakter und ihnen zuzuschauen ist nicht nur entspannend, sondern gleich auch noch interessant.
  3. Unsere Freunde und Familie: Wir haben ein paar unglaublich tolle Freunde. Zeit mit ihnen zu verbringen bereichert und entspannt. Dazu müsste ich noch „unser Telefon“ hinzufügen, denn Freunde anrufen macht manchmal fast so viel Spass, wie Freunde treffen.
  4. Unsere Fahrräder: Und fällt uns die Decke auf den Kopf, hüpfen wir auf unsere Zweiräder und fahren in die wunderschöne, stille und wohlriechende Natur der Schweizer Berg- und Seenwelt.
  5. Ein heisses Bad: Eine auf Reisen am meisten vermisste Schwelgerei ist ein wärmendes, ruhiges Bad im eigenen Daheim an einem kalten Winterabend.
  6. Unser Kühlschrank: Auf Reisen in Restaurants zu essen und aus Gourmet-Menüs auszuwählen, macht Spass und tut gut. Für Langzeitreisende gibt es jedoch kaum etwas so erfüllendes und entspannendes wie das langsame Gehen zum eigenen, wohl gefüllten Kühlschrank – natürlich im schlabbrigen Pyjama – um ihn nach Lust und Laune auszuräumen.
  7. Puzzles: Seit wir uns wieder niedergelassen haben, liegt bei uns (fast) immer ein grosses Puzzle auf dem Esstisch. Wer Lust auf ein paar Minuten Entspannung hat, legt ein paar Teile.

Fasnacht-Fieber

Wenn die Jugend daran interessiert ist, uralte Traditionen aufrecht zu erhalten, dann ist die Welt wohl noch in Ordnung. Hier, im Herzen der Schweiz, auf dem Dorfplatz, da wo die Schwyzerstrasse beginnt, ist dies der Fall.

Es begann am 6. Januar, dem Tag, den wir Schweizer als Dreikönigstag feiern und zwar mit dem traditionellen Süssbrotkranz, bei dem eine Königsfigur eingebacken wurde. Wer beim Essen den König erwischt, regiert einen ganzen Tag lang.

Angenehm gesättigt, mit Lenny als frisch gekröntem König, sassen wir an jenem Abend in der warmen Stube, als plötzlich von Draussen ein ohrenbetäubender Lärm zu uns gelang. Erschrocken rannten wir auf den Balkon und schauten hinunter. Je älter man wird, desto weniger oft wird man von etwas überrascht, dass man noch nie erlebt hat.  Umso erfreuter waren wir über das uns bietende Spektakel. Erst später erfuhren wir den Namen und Grund der Vorführung.

 

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Die Bilder der Hudson Familie am Schweizer Travel Festival

“Jetzt haben wir euer Buch und Blog gelesen, aber wo sind eure Bilder? Und die persönlich erzählten Geschichten?”, hören wir oft.

Wir sind am diesjährigen Schweizer Travel Festival dabei! Am Samstagabend, den 28. April erzähle ich die Geschichte unserer romantischen Begegnung in Indien, davon, wie wir mit unseren damals noch kleinen Kindern in die grosse Welt hinauszogen, von der nicht immer einfachen Zeit als Hostel-Manager im ländlichen China und der Abschlussreise im Camper durch die USA und Mexiko. Und die Fotos dazu werden auch nicht fehlen!

Details zum Anlass findet ihr hier, beim Swiss Travel Club.

Es würde uns sehr freuen, euch am Travel Festival zu treffen!