Gestern hatte ich ein wunderschönes Gespräch mit einer Freundin. Wir diskutierten über unsere Wesen und übers älter werden.
Ich : „Ich bin so viel ruhiger und entspannter geworden mit dem Alter. Plötzlich ist alles nicht mehr so dringend und nicht mehr ganz so schlimm. Die Welt geht nicht gleich unter, nur weil ich vor einem Problem stehe. Das ist schon herrlich.“
Sie: „Ist es nicht wunderbar, älter zu werden?“
Ich: „Und zudem vergesse ich auch viel schneller. Was war das schon wieder, was mich gestern so wütend machte? Frage ich mich oft. … ist ja egal. Früher konnte ich Probleme nicht einfach so ohne Kampf loslassen.“
Sie: „Wir sind so richtig im Herbst unseres Lebens angekommen. Der Frühling…. Ja, der ist schon lange vorbei. …. war schön. Der Sommer, der war heiss, hitzig, ab und zu gab’s einen Hagelsturm. Und viel, viel haben wir gepflanzt. Und jetzt ist es Herbst, zum Pflanzen ist es bald zu spät, aber ernten tun wir nun. Und wie! Ist es nicht schön uns zurückzusetzen, der farbigen Natur zuzuschauen und unsere Früchte vom Baum zu pflücken?“
Ich: „Ich weiss nicht… Früchte kann ich ganz viele ernten, aber verdient habe ich das schon nicht so richtig. Ich habe nämlich in meinem Leben ganz schön viel Mist gebaut. Im Frühling und Sommer, da habe ich Mist, Mist und noch mehr Mist gemacht. Immer wieder mache ich noch Mist. Ausgelernt habe ich noch lange nicht. Eigentlich dürfte ich noch nicht ernten.“
Sie: (lacht) „Aber Nadine, verstehst du denn gar nichts von der Natur? Weisst du denn nicht, dass Pflanzen auf viel Mist noch besser wachsen?“






